Nikotinsalz - Fluch oder Segen ?

Nikotinsalze, so scheint es, sind momentan in aller Munde. Grund genug sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.



Vollmundige Werbeversprechen begleiteten die Einführung von Nikotinsalzen in Liquids auf dem deutschen Markt. Höhere Ergiebigkeit ( weil schneller suchtstillend), schnelle Anflutgeschwindigkeit und das allgemein "weichere" Empfinden bei Benutzung derselben. Soll heißen selbst höhere Dosen an Nikotin  bis 20 mg/ml ( mehr darf auch da nicht sein) fühlen sich an wie herkömmliche 3 mg Liquids.

Erstmal zum allgemeinen Verständnis:
In herkömmlichen Liquids liegt das Nikotin in gebundener und saurer Form vor. In Liquids mit Nikotinsalzen in freier Form und basisch.
Mit anderen Worten der pH-Wert des Nikotins wird verändert und zwar in den basischen Bereich weil es in der Form schneller aufgenommen wird. Das ist grob vereinfacht der Kern der Sache. Es geht um eine schnellere Aufnahme des Nikotins und die damit einhergehende schnellere "Suchtbefriedigung". Man nimmt weniger Züge aus der Dampfe, verbraucht deswegen weniger Liquid ect. . Umsteigern fällt das umsteigen leichter weil trotz hoher Nikotinkonzentrationen die unerwünschten Nebenwirkungen (Kratzen im Hals, Husten ect.) wegfallen. Soweit die Theorie....

In der Praxis führt dies zu einem momentan noch unterschätztem Ergebnis. Höhere Anflutgeschwindigkeit gleich höheres Suchtpotential. Die Argumentation das Nikotin ohne die Zusatzstoffe und Verbrennungsprodukte der Pyro ein erheblich geringeres Suchtpotential hat greift hier nicht, weil durch die "Aufbereitung" des Nikotins willentlich dieses Potential erhöht wird.
Und die Erfahrungen der letzten Jahre sagen mir jetzt schon das ist Wasser auf die Mühlen der Dampfgegner.

Ab diesem Punkt wird es kritisch, bei größerer Verbreitung dieser Liquids bestünde durchaus die Möglichkeit das einige fast ausgerottete Argumente wieder aus der Mottenkiste geholt werden. Zum Beispiel der Gateway-Effect, man erinnert sich: dampfen ist der Einstieg ins Zigaretterauchen. Unter diesen Bedingungen wird es um ein vielfaches schwieriger dagegen zu argumentieren.

Auch ohne die Glaskugel unter dem Schreibtisch hervorzuholen sehe ich schon wieder die Heidelberger Aktivistin in die Kamera säuseln... Ich habe es ja gesagt, denkt an die Kinder....

Ausserdem erinnere man sich an den Aufschrei der um die Welt ging als herauskam das Big Tobacco genau das getan hat (Tabak durch Zugabe bestimmter Stoffe z. Bsp. Soda ein höheres Suchtpotential zu verpassen).

Ehrlich haben wir das nötig?

Bis die Tage!



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